"GENETISCHER FINGERABDRUCK" - EXKURSION INS GLÄSERNE LABOR
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„Genetischer Fingerabdruck“ - Exkursion ins Gläserne Labor

Mensch, Tier, Pflanze oder Bakterium, alle besitzen Erbsubstanz, alle können sich natürlich teilen und alle haben einen bestimmten genetischen Code, durch den sich ihre Bestandteile so bilden, wie sie es Sollen: Die DNA (Desoxyribonucleinacid). Die DNA kann natürlich gebildet werden, durch die Replikation, bei der durch verschiedenste Enzyme die Doppelhelix der DNS aufgespalten und an den zwei Einzelsträngen neu synthetisiert wird, oder durch die PCR (Polymerase-Chain-Reaction), bei der nur ein bestimmter Teil der Erbsubstanz beliebig oft zu Untersuchungszwecken synthetisiert wird. Das klingt zwar alles schön und gut, als Schüler jedoch kommen einem diese ganzen theoretischen Erklärungen schwer nachvollziehbar und weit hergeholt vor. Man versteht zwar die Zusammenhänge, kann sie auch so erklären, dass es dem Lehrer gefällt, aber wirklich reproduzieren kann man die Techniken nicht.

Da bot es sich an, mit den Gutzmerow-Leistungskursen des 12. Jahrgangs eine Exkursion zum Gläsernen Labor im gut erreichbaren Berlin-Buch zu machen, um einen tieferen Einblick in die richtige Anwendung dieser Techniken zu finden. Ziel der Exkursion war es, einen genetischen Fingerabdruck einiger Schüler anzufertigen, was teils sogar sehr gut gelang.

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Die Laborarbeit begann mit einer typischen Einführungsrunde, bei der wir zunächst mit allen Verboten und Vorschriften bekannt gemacht wurden, die es im Labor zu beachten galt. Diesen Teil abgehakt, ging es direkt an die Arbeit: Aus der Mundschleimhaut mussten DNAProben entnommen werden (was leichter aussah, als es war) und um die DNA aus dem Zellkern zu extrahieren, wurden Messbehälter wie Probengläser mit Proteinase und Lysispuffer, Bindungspuffer, Waschpuffer und letzten Endes einem Elutionspuffer gefüllt, welche alle auf den μl genau abgemessen waren. Während der Wartezeiten, z.B. wenn sich unsere Proben in der Zentrifuge befanden, wurden uns die Prozesse, die gerade in unseren Probenbehältern vor sich gingen und die Geräte, welche uns bei der Arbeit halfen, erklärt.

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Nach erfolgreicher Extraktion der DNA wurden unsere Proben zusammen mit einer VNTRMischung in ein Gerät gegeben, das für uns die PCR durchführen und unsere mageren DNASequenzen ins Hundertfache vermehren würde. Als dann unsere Abschnitte nach einer halben Stunde wie gewünscht kopiert worden waren, mussten die Sequenzen nur noch durch Gelelektrophorese auf ihre Länge untersucht werden, die Aufschluss auf die Länge des VNTR-Abschnitts geben würde. Diese Länge eines nicht-codierenden Teils der DNA ist abhängig von der Anzahl der Wiederholungen des darin befindlichen, aus einem Basentriplett bestehenden Abschnitts. Wird diese Untersuchung an genug Triplets durchgeführt, kann das entstehende Bandenprofil für Vaterschaftstests und das Identifizieren von Toten oder von Tätern genutzt werden.

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Letztendlich hat uns dieser Ausflug nicht nur näher gebracht, wie genau die Prozesse durchgeführt werden, von denen wir im Unterricht nur die Theorie gelernt haben, sondern sogar bei einigen Schüler*innen das Interesse geweckt, vielleicht später in einem Labor wie diesem zu arbeiten.

 

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