KRAKAU 2016 - EINE STUDIENFAHRRT VOLLER GEGENSÄTZE
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Krakau 2016 – Eine Studienfahrt voller Gegensätze

Krakau 2016 1Nach gut 9 Stunden Fahrt im Doppeldeckerbus erreichen wir am Montagabend des ersten Schultages 2016 Krakau, eine Stadt im Süden Polens. Unser Hotel für diese Woche war überraschend nah an der Innen- und Altstadt.

In den Folgetagen wurden wir konfrontiert mit polnischer und deutscher Geschichte und es war nicht für jeden einfach sich damit auseinanderzusetzen. Zu sehen bekamen wir nicht nur die Innenstadt mit all ihren kleinen Gassen, Läden und exotischen Märkten, sondern wurden auch durch das jüdische Viertel geführt (nahe der Innenstadt).

Krakau 2016 3Der Studientag in den Stammlagern Auschwitz und Auschwitz II, genannt Vernichtungslager Birkenau, bildete den Höhepunkt der Studienfahrt sowohl auf wissens, als auch auf emotionaler Ebene. Noch nie begegneten wir den Wörtern Nazis, Ghetto, Jude, KZ, Gaskammer und Tod an solch bewegenden und abscheulichen Ort, wie dem KZ Auschwit. So liefen wir durch Gaskammern, in denen Hunderttausende den Tod fanden, und sahen uns Ruinen an, die heute die einzige Erinnerung daran sind, was sich damals für Grausamkeiten zwischen 1940 und Januar 1945 in eben diesen Gaskammern und Ruinen abspielten.

Krakau 2016 4Auch blieb noch Zeit für eine Besichtigung von Schindlers Fabrik, welche heute ein Museum mit besonderem Schwerpunkt auf das Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto, auch im Vergleich zu den Beschäftigten in Schindlers Fabrik, ist.
Doch abseits der dunklen Vergangenheit Krakaus überraschte uns das polnische Städtchen mit seiner Moderne und kulturellen Vielfalt, geprägt von Straßenkünstlern, Sängern, Artisten, herausragender Gastronomie und einer ausgeprägten Infrastruktur. Es gab eine Menge zu sehen, sodass für jeden etwas dabei war! Die Fahrt wurde dann mit einer Führung am Abreisetag durch das Salzbergwerk Wieliczka abgerundet. Trotz unseres vollen Programmes blieb immer genug Zeit und Kraft übrig, um selbstständig die Stadt zu erkunden, und das hat sich bei solch einer großen Stadt wie Krakau auch gelohnt.

Krakau 2016 5Die von uns angetretene Reise durch die polnische und deutsche Geschichte bis 1945 war kein Inhalt einer typischen und unbeschwerten Kursfahrt, öffnete uns jedoch die Augen für kollektive Gewalttaten aus der Vergangenheit, die es für die Zukunft zu vermeiden gilt. Was wir bis dahin nur in unseren geschützten Klassenräumen besprachen, haben wir nun unvermittelt vor und um uns gehabt, doch selbst nach dieser Erfahrung vermag sich keiner von uns vorzustellen, was für bewegende Begegnungen und Schandtaten innerhalb dieser Einzäunungen abliefen.

Doch zugleich hat sich für viele nach dieser Woche das Bild von Polen grundlegend gewandelt, was sonst durch unbegründete Vorurteile geprägt war. Krakau ist eine moderne europäische Stadt, die eine Menge zu bieten hat!

Lara-Marie Brzezinski, 12.4