
Probewanderung mit Feuertaufe: Unser Seminarkurs übernachtet auf der Bäkewiese
13km Wanderstrecke - 35 Schülerinnen und Schüler - 1 defekte Wasserpumpe
Es ist Freitagnachmittag, kurz nach dem Ende des dritten Blocks. Während andere Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums ihre Taschen packen und nach Hause streben, schultern 35 Mitglieder des Seminarkurses Abenteuer- und Erlebnispädagogik ihre vollgepackten Rucksäcke — und marschieren los. Nicht nach Hause. In die andere Richtung.
Unser Ziel: die Bäkewiese, ein wunderbar autarker Zeltplatz für Kinder und Jugendliche, ganz für uns allein. Der Weg dorthin führte uns 13 Kilometer vorbei an der Nuthe, durch den Park Babelsberg und weiter am Griebnitzsee entlang — eine Route, die zum Glück so schön war, dass niemand mehr auf den Rucksackgurt achten musste, der nach Kilometer sieben anfing, bei einigen unangenehme Fragen zu stellen.
Kaum angekommen, begrüßte uns der Zeltplatz mit einem klassischen Abenteuer-Einstieg: Die Wasserpumpe war defekt. Kein Trinkwasser, kein Wasser zum Kochen...na super! Kurze kollektive Stille. Dann: Problemlösekompetenz. Herr Ptak würde sagen: "Leben in der Lage!". Frau Thieme und Herr Sonntag schlossen umgehend diplomatische Beziehungen zur Nachbarschaft, mit dem Ergebnis, dass sämtliche Flaschen, Töpfe und Behältnisse der Gruppe beim freundlichen Nachbarn aufgefüllt werden durften. Krise abgewendet, Nachbarschaft gewonnen. Alle wieder glücklich.
Zitat des Tages #1:
„Herr Sonntag, Theo's Kocher brennt!"
Was folgte, war ein Abend, der vermutlich noch länger im Gedächtnis bleiben wird als vieler Lerninhalt des Schuljahres: Ultimate Frisbee im letzten Tageslicht, Uno-Runden mit dem kompetitiven Ernst, den dieses Spiel nun einmal verlangt, Roundnet auf der Wiese und schließlich Beisammensein am Lagerfeuer, an dem Gespräche entstehen, für die im Schulalltag häufig keine Zeit ist. Das Totholz dafür durfte selbst gesammelt werden, was einige mit unverhältnismäßig großem Enthusiasmus taten.
In der Nacht bewies der kleine Regen, dass er kurz, aber entschlossen war. Die vom Förderverein gesponserten Zelte zeigten, dass sie beides konnten: standhalten und trocken bleiben.
Morgens, nach dem Frühstück, übernahm eine Schülerinnen- und Schülergruppe das Programm und leitete einen Workshop zur Orientierung im Gelände mit Mehrwert für die bevorstehende große Tour.
Zitat des Tages #2:
„Ich behalte meine Erdnussbutter."
Das eigentliche Ziel dieses Wochenendes war eine Probewanderung. Jede und jeder sollte die eigene Ausrüstung unter realen Bedingungen testen — für den Malerweg und den Harzer Hexenstieg, die im Sommer zwei Gruppen in unterschiedliche Richtungen führen werden. Die Ergebnisse? Eindeutig: Stärken wurden sichtbar, Schwächen noch sichtbarer. Wer jetzt noch umpackt, packt klüger.
Wir danken dem Förderverein herzlich für die Unterstützung, unseren nächtlichen Zeltplatznachbarn für Wasser und gute Laune sowie allen 35 Schülerinnen und Schülern dafür, dass sie mit Humor, Teamgeist und der richtigen Portion Abenteuerlust dabei waren. Es war sehr schön, wir kommen gerne wieder!
Fr. Thieme & Hr. Sonntag, Seminarkurs Abenteuer- und Erlebnispädagogik



