Panta Rhei beim 22. Potsdamer Lateintag

Panta Rhei beim 22. Potsdamer Lateintag

Was haben römische Handelsschiffe, antike Urlaubsorte und Bleivergiftungen miteinander zu tun? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Lateinschülerinnen und Lateinschüler der Klassen 10A und 10L nach, als sie am 2. Oktober gemeinsam mit Frau Göldner, Frau Stäsche und Frau Reinhardt den 22. Potsdamer Lateintag auf dem Campus Griebnitzsee besuchten. Unter dem Motto „Panta Rhei – Nutzen und Gefahren von Wasser in der Antike“ drehte sich in diesem Jahr alles ums Wasser.

Ein Römerschiff sticht wieder in See
Zum Auftakt erwartete uns ein bis auf den letzten Platz gefüllter Hörsaal. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die „Bissula“, die Rekonstruktion eines römischen Frachtseglers in Originalgröße. Grundlage dafür ist ein Schiffswrack aus dem späten 3. Jahrhundert n. Chr., das vor der französischen Mittelmeerküste gefunden wurde.
Knapp 16 Meter lang, über fünf Meter breit, mit rund 100 Quadratmetern Segelfläche und einer möglichen Ladung von bis zu 30 Tonnen: Die „Bissula“ ist alles andere als ein kleines Museumsmodell. Nach ihrer Fertigstellung ging es tatsächlich aufs Wasser. Zunächst wurde sie auf der Mosel getestet, später durfte sie dorthin, wo ihr antikes Vorbild einst unterwegs war: aufs Mittelmeer. Mit moderner Messtechnik untersuchen Forschende heute, wie schnell und leistungsfähig ein römisches Handelsschiff tatsächlich war.
Dass experimentelle Archäologie nicht nur aus Zahlen und Messwerten besteht, zeigte der Vortrag sehr anschaulich: Fotos, Videos und Anekdoten rund um Bau und Testfahrten ließen uns das Projekt beinahe hautnah miterleben.

Vom „Ballermann der Antike“ bis zum römischen Gericht
Anschließend verteilten wir uns auf verschiedene Workshops. Eine Gruppe reiste gedanklich nach Baiae, dem mondänen Urlaubsort der römischen Oberschicht. Lotta lernte den Ort dabei gleichzeitig als „Kurort und Ballermann der Antike“ kennen und war überrascht, dass „auch die Römer schon wussten, wie man Urlaub macht, und richtige Urlaubsorte hatten“.
Andere beschäftigten sich mit Wasserversorgung und Hygiene. Jakob erfuhr, wie viel Mühe die Römer darauf verwendeten, Trinkwasser und Städte sauber zu halten. Besonders unerwartet war für ihn, „dass die Oberschicht tatsächlich mehr unter Bleivergiftungen litt als das einfache Volk“.
Wieder andere untersuchten Rhein, Donau und Nil als natürliche Grenzen und wichtige Handelswege. Und auch vor Gericht ging es: Anhand antiker Fallbeispiele durften Schülerinnen und Schüler selbst in die Richterrolle schlüpfen. Charlotte und Yuetong beschrieben dies als eine kleine „Zeitreise“ in die römische Rechtswelt.
Für uns bot der Tag damit viele Gelegenheiten, Themen aus dem Lateinunterricht einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und dabei auch Seiten der römischen Welt kennenzulernen, die im Unterricht nicht immer im Mittelpunkt stehen.

Bis zum nächsten Lateintag, ad multos annos!

FB Latein

Lateintag_4
Lateintag_3
Lateintag_2
Lateintag_1

 

 

Humboldt-Gymnasium Potsdam

Heinrich-Mann-Allee 104 C
14473 Potsdam
+49 331 28 97 87 0
mail@humboldtgym.de
+49 331 28 97 87 1

Links

EU Förderung

Logo quer