UNSERE SCHULE
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  • Unser neues Gebäude Wilhelm wurde im Jahr 2015 offiziell eingeweiht und kommt mit modernster Technik und unserer neuen Multifunktionshalle.
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Unsere Schule

Wo Marion Gräfin Dönhoff, Jürgen Hentsch und Gretel Schulze die Schulbank drückten

Die Gründung unserer Schule geht auf die Bildungsreform in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Im Zuge der Modernisierung des preußischen Staates wurde Wilhelm von Humboldt 1808 Leiter der Abteilung Kultus und öffentlichen Unterrichts im Innenministerium und führte umfassende Neuerungen im Bildungswesen ein. Der Bedarf an Schulen für das Bürgertum in Preußen wuchs und in Potsdam wurde als Vorläuferin unserer Schule 1922 die Königliche Handwerksschule im damaligen Civil-Waisenhaus eröffnet.

Die Schule wuchs bis in die 50er Jahre und bekam ein eigenes Gebäude Am Kanal 62. Im Oktober 1853 wurde sie zur „Königlichen Provinzial-Gewerbeschule“, in der nun mehrere Klassen und Klassenstufen Unterricht in Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik aber auch in Fächern wie Modellieren, Entwerfen, Feldmessen und Baukonstruktion erhielten. In diese Zeit fällt das Abitur des Flugpioniers Otto Lilienthal im Jahre 1866.

Im Jahre 1882 wurde die Schule in eine Oberrealschule umgewandelt. Nach einer zwischenzeitlichen Abstufung zur Realschule blieb sie Oberrealschule bis 1937 und konnte 1822 ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Ein Jahr später machte der Lyriker Peter Huchel sein Abitur an dieser Schule. Im Zuge der Reform und Demokratisierung des Schulsystems nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs konnten auch Mädchen die Schule besuchten. Die erste Abiturientin der Oberrealschule war 1924 Brigitte Gysae.

Im selben Jahr wurde zusätzlich zur Oberrealschule die Deutsche Oberschule gegründet und dem Schulbetrieb angegliedert. Ab nun bestand ab der Untertertia (8. Klasse) eine Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in Oberreal- und Deutsche Oberschulklassen. 1929 wurde der späteren Publizistin Marion Gräfin Dönhoff das Abitur der Oberrealschule verliehen.

Ab 1935 war die Schule wieder eine reine Jungenschule, weil die Nationalsozialisten eine geschlechtergetrennte Bildung in Stadtschulen verlangten. Die Gleichschaltung im Sommer 1933 führte zur Vereidigung der Lehrer auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Die in den 20er Jahren eingerichtete Schülerselbstverwaltung wurde abgeschafft und stattdessen die Schülerschaft nach dem Führerprinzip organisiert. Schließlich führte eine Reorganisation des Schulwesens 1937/38 zur Umbenennung der Schule. Sie hieß ab dann bis 1946 1. Städtische Oberschule für Jungen.

Während des Krieges änderte sich der Charakter der Schule. Bataillone wurden im Gebäude einquartiert, was genau wie spätere Luftangriffe für häufigen Unterrichtsausfall sorgte. In der Nacht vom 14. zum 15. April wurde das Schulgebäude von Bomben schwer beschädigt und während der Kämpfe um die Stadt Potsdam am 24. und 25. April weiter zerstört.

Nach der Bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 schaffte es die Stadt Potsdam nach nur 14 Tagen als eine der ersten wieder den Schulbetrieb aufzunehmen. Am 22. Mai begann der Unterricht der 1. Städtischen Oberschule in der Ruine am Kanal. Ein Wiederaufbau des fast zerstörten Gebäudes war jedoch nicht möglich. So wurde der Unterricht in das Gebäude der 2. Städtischen Oberschule für Jungen in die Hegelallee (heutiges Einstein-Gymnasium) verlegt.

Durch das „Gesetz zur Demokratisierung des Schulwesens“ in der Sowjetischen Besatzungszone vom 31. Mai 1946 wurde unsere Schule Einheitsschule und trug ab 1947 den Namen „Humboldt-Schule“. Mit der Namensgebung der Schule wurden Leben und Werk der Gebrüder Humboldt gewürdigt. Durch einen Umzug in das Mädchenhaus des früheren Militärwaisenhauses in der Lindenstraße bekam die Schule wieder ein eigenes Gebäude. Im Sommer 1954 erfolgte schließlich ein Tausch mit dem Institut für Lehrerbildung und die Humboldt-Schule bezog das aktuelle Gebäude in der Heinrich-Mann-Allee 103. Im selben Jahr machte dort der DEFA-Schauspieler Jürgen Hentsch sein Abitur. Die Humboldt-Schule war in dieser Zeit eine Oberschule mit vier Klassenstufen (9-12) und erreichte durch ein hohes Leistungsniveau ihre Nachkriegsblütezeit.

Durch das „Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens“ wurde die Humboldt-Oberschule zur Erweiterten Oberschule 1 der Stadt Potsdam (EOS) und blieb dies bis 1991. Die bekannte Potsdamer Kabarettistin Gretel Schulze machte ihr Abitur 1967 an unserer Schule. Die Sporthalle wurde 1966 eingeweiht, bei deren Bau Lehrer und Schüler in Arbeitseinsätzen mitgeholfen hatten.

Wieder war es ein politischer Umbruch, der zu grundlegenden Veränderungen der Humboldt-Schule führte. Nach der Grenzöffnung 1989 und im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 wurde das Schulsystem der früheren DDR an das bundesdeutsche angepasst. Der Unterricht wurde neu organisiert und die Schulleitung ausgetauscht. Dem Antrag auf Bildung eines Gymnasiums unter dem Namen „Humboldt-Gymnasium“ wurde 1991 schließlich entsprochen.

Durch einen Erweiterungsbau, der 1998 eingeweiht wurde, und einen Neubau, den wir im Schuljahr 2015/16 bezogen haben, wurde unsere Schule vergrößert und um attraktive und nützliche Räume, sowie die Aula bereichert. Im Schuljahr 2016/17 können wir dann nach zweijähriger Sanierungszeit den Altbau wieder beziehen und das 200-jährige Bestehen unserer Schule im Jahr 2022 feiern.

(zur Geschichte der Schule siehe: Rupprecht, Holger; Hentze Reinhard: Humboldt-Gymnasium 2000. Ein Schulbuch. Wilhelmshorst 2001)

Überblick

  • 1822 - Eröffnung als „Königliche Handwerksschule“ im damaligen Civil-Waisenhaus
  • 1853-1881 - Königliche Provinzial-Gewerbeschule
  • 1881 - Oberrealschule Am Kanal 62
  • 1886-1907 - Abstufung zur Realschule
  • 1907-1937 - Oberrealschule
  • 1924 - Erweiterung um eine Deutsche Oberschule als Zusatz in den oberen Klassen
  • 1937-1946 - 1. Städtische Oberschule für Jungen
  • 1946-1959 - Oberschule
  • 1946-1950 - Unterricht im Gebäude der Einsteinschule
  • 1947 - Namensgebung Humboldt-Schule
  • 1950 - Umzug in das Mädchenhaus des Militärwaisenhauses
  • 1954 - Bezug des aktuellen Gebäudes in der Heinrich-Mann-Allee 103
  • 1959-1991 - Erweiterte Oberschule 1 (EOS 1)
  • ab 1991 - Humboldt-Gymnasium Potsdam
  • 1998 - Erweiterungsbau
  • 2015/16 - Einweihung Neubaus
  • 2016/17 - Abschluss der Altbausanierung